Gabriele Mertens: Ostermorgen über der Stadt

Sonntag zu Hause

Friede sei mit euch!

Vorschlag für einen Gottesdienst zuhause – Weißer Sonntag (12. April 2026):

Lied

GL  760 Nun freue dich, du Christenheit

Zur Ruhe kommen

Wir atmen tief ein und aus. Wir spüren unseren Atem. Wir lassen alle Gedanken kommen und wieder gehen. Wir sprechen mit dem Atemrhythmus mehrere Male langsam:

Jesus – mein Licht

Gebet

Du, ewiger Gott, hast das Licht geschaffen,
als du die Welt schufst,
durch deinen Geist und dein Wort.

Es wird ein Tag kommen,
an dem dieses irdische Licht verlöscht
und du selbst unser Licht bist.

Heute aber ist nötig, was du getan hast.
Du sagtest: Ich bin das Licht
und machtest die Blinden sehend.

Wir aber sind Licht für diese Welt nur,
wenn du uns neu schaffst
durch dein Wort und deinen Geist.

Jörg Zink

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 20; 19-31)

Am Abend dieses ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf,
war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen.
Er entgegnete ihnen:
Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe
und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel
und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt
und Thomas war dabei.
Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte
und sagte: Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas:
Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen
hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan,
die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind.
Diese aber sind aufgeschrieben,
damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes,
und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Gedanken zum Evangelium

  • Aus Furcht haben sich die Jünger eingeschlossen. Auch ich verschließe mich vor Gott und vor den Menschen, wenn ich Angst habe, wenn ich falsch und lieblos handle, wenn ich mich überlastet fühle, wenn ich mich selbst überfordere.
  • In unsere Verschlossenheit tritt Jesus. Dreimal gibt er den Friedensgruß. Es ist der Frieden, den er uns sterbend am Kreuz errungen hat. Der Frieden, der stärker ist als aller Hass und alle Feindschaft der Welt.
  • Wie er die Jünger sandte, so sendet Jesus auch mich. Wie kann ich in meinem Umfeld Frieden und Liebe weitergeben? Wie kann ich helfen, Feindbilder abzubauen, Brücken der Versöhnung zu schaffen?
  • Thomas - Didymus, dem Zwilling – gleiche ich in meinem Alltag. Und wie er darf auch ich erfahren, dass Jesus den Zweifel zum Bruder des Glaubens macht: Mein Herr und mein Gott, deiner Liebe ist alles möglich!

Gebet

Jesus Christus, gekreuzigter und auferstandener Herr,
besiege meine ängstliche Verschlossenheit,
sende mir deinen Geist,
dass ich Zeuge des Lebens und der Liebe werde
in einer von Zweifeln und Angst zerrissenen Welt.

Lied

GL 324 Vom Tode heut erstanden ist